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Historisches

Grundsteinlegung 6. April 1953

In den Jahren 1931 bis 1933 gab es erste Pläne, im Westen der Stadt Aachen eine neue Siedlung zu errichten. Diese Siedlung sollte in erster Linie kinderreichen Familien Wohnraum bieten. Zunächst war geplant, das neue Siedlungsgebiet "Auf der Hörn" mit 20 Siedlerstellen zu erschließen, wobei sich jedoch nach kurzer Zeit bereits 60 Bewerber meldeten.

Nach der Planungsphase wurde am 16. November 1934 der Grundstein für die neue Siedlung "Auf der Hörn" gelegt. Die heutige Straße "Auf der Hörn" war zu diesem Zeitpunkt bloß ein kleiner und schmaler Feldweg. Auch sonst war die Hörn, deren Name vermutlich von dem Bergnamen "Auf dem Horn" abgeleitet wird und erstmals 1449 erstmals schriftlich erwähnt wurde, von Wiesen und Äckern geprägt. Zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung auf der Hörn befanden sich nur in der 1926 angelegten Ahornstraße sowie auf dem zwischen 1925 und 1928 erschlossenen Königshügel erste Wohnhäuser.

Bei den Grundstücken des ersten Bauabschnitts handelte es sich um die heutigen Wohnhäuser Nr. 19-57 der Straße "Auf der Hörn". Die Grundstücke wurden unter den Siedlern im Losverfahren vergeben, wobei Kriterien wie Bedürftigkeit, Kinderzahl, Leumund und Beruf berücksichtigt wurden.

Nachdem die Besiedlung der Hörn ab 1938 fortgesetzt wurde, es entstanden u. a. weitere Häuser in der Straße "Auf der Hörn" und am Hörnstieg, wurde die weitere Besiedlung des Wohngebiets durch den zweiten Weltkrieg zunächst unterbrochen. Nach 1945 schritt die Besiedlung weiter voran. Am 7. Januar 1946 wurde durch Herrn Pfarrer Gerads von der Pfarre Heilig Kreuz die Notschule, die aus zwei Baracken am Sportplatz bestand, gesegnet.

Eine selbstständige Pfarrgemeinde St. Sebastian bestand zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Das Siedlungsgebiet "Auf der Hörn" war der Pfarre Heilig Kreuz zugeordnet, die Gebiete an der Melatener Straße und dem Königshügel der Pfarre St. Jakob.

Da es den Bewohnern der Hörn ein Anliegen war, auch auf der Hörn seelsorglich betreut zu werden, wurde Kaplan Hermann-Josef Fischenisch 1947 durch Pfarrer Josef Gerads von der Pfarre Heilig Kreuz damit beauftragt, die seelsorgliche Betreuung auf der Hörn zu übernehmen. "Ihrem" Seelsorger erstellten die Siedler eine bescheidene Wohnung in der Ahornstraße. Gerade bei den älteren Siedlern kam nun zunehmend das Verlangen auf, eine "eigene" Messe auf der Hörn besuchen zu können, um keine weiten Wege in die Pfarre Heilig Kreuz machen zu müssen. Notgedrungen hielt man die Messe zunächst einmal im Monat in einem Siedlerhaus An den Finkenweiden 21 ab.

Auch wuchs das Verlangen der Hörner, einen Mittelpunkt für die Seelsorgearbeit zu haben. Ein Bauverein beginnt mit seinen Sammlungen. Der Bau einer Doppelanlage mit Kirche und Jugendheim steht zur Debatte. Wegen der Währungsreform 1948 werden die Pläne jedoch zunichte gemacht, wodurch der Baubeginn auf unbestimmte Zeit verschoben werden muss. Doch 1948 zeichnet sich eine andere Lösung ab. Der Caritasverband schenkt den Hörnern eine alte Holbaracke, die im Hof eines Mägdehauses am Bergdriesch 44 bis dahin ein einsames Dasein fristete.

Zunächst stellt sich den Hörnern die Frage, ob die Baracke als Jugendheim oder Kirche genutzt werden sollte. Man entschließt sich für die Nutzung als Kirche. Nachdem die Holzbaracke auf einem von der Stadt Aachen zur Verfügung gestellten Baugelände in der Straße "Auf der Hörn" am 20. Januar 1949 durch die Bewohner der Hörn fertig zusammengebaut wurde, wird die Holzbaracke am 23. Januar 1949 durch Bischof Johannes Josef van der Velden eingesegnet. Nach dem ersten Sonntag zeichnet sich aber bereits ab, dass die Notkirche zu klein ist. Man bemüht sich um eine zweite Baracke. Am 31. Juli 1949 war die Notkirche um eine weitere Baracke erweitert, wodurch man neben der Erweiterung des Kirchenraums noch einen weiteren Raum für das Jugendheim hatte.

Zugunsten des Bauvereins wird am 2. Oktober 1949 der erste Pfarrfamilienabend veranstaltet, der im Laufe der Zeit zum heutigen Pfarrfest wurde. Bevor jedoch der Bau einer eigenen Kirche Wirklichkeit wurde, sei noch erwähnt, dass am 19. September 1949 mit dem ersten Bauabschnitt des Schulgebäudes an der Ahornstraße begonnen wurde, das am 11. September 1950 fertiggestellt und bezogen werden konnte.

Am 24. Juni 1951 gründete sich die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft, die an die Tradition der Bruderschaft der Pfarre Heilig Kreuz anknüpfte.

Einweihung 7. Juli 1954

1947 hatte man den Standort für die Kirche auf der Ahornstraße festgelegt. Vier Jahre später wurden zwei Architekten , die Herren Dr. Morgenroth und Baurat A. Leitl, aufgefordert, Pläne für die neue Kirche vorzulegen. Am 8. Februar 1952 entschied man, den Plan von Baurat Leitl umzusetzen, mit den Bauarbeiten wurde am 26. Oktober 1952 begonnen. Am Ostermontag, dem 6. April 1953, segnete Weihbischof Dr. Hünermann den Grundstein der neuen Pfarrkirche. Der Stein stammte aus der "Mutterkirche" Heilig Kreuz, der bei einem Bombenangriff aus der Kirche Heilig Kreuz herausgerissen wurde.

Ein Jahr vor der Fertigstellung beginnt man mit dem Gießen des Betondachs, das aufgrund seiner Wellen der Kirche später den Namen "St. Lockwell" einbringt. Am 7. August 1954 benediziert Pastor Gerads die neue Kirche St. Sebastian und die erste heilige Messe wird mit der freudigen Gemeinde gefeiert.

Da die Gemeinde durch weitere Siedlungsausdehnungen stark angewachsen war, wird der Seelsorgebezirk St. Sebastian am 24. Februar 1955 zum seelsorglich selbständigen Pfarrrektorat ernannt. Herr Kaplan Fischenich wird durch Bischof Johannes von der Velden zum 1. Pfarrrektor ernannt. Durch die Erhebung zum Pfarrrektorat dehnen sich die Pfarrgrenzen aus. Nun gehörten auch die Melatener Straße und die Alte Maastrichter Straße zu St. Sebastian, 1957 folgen der Königshügel und der Muffeter Weg.

Diese Gebiete gehörten vorher zu St. Jakob, doch gingen die Bewohner in die Christkönigskappelle, die während des Kriegs am Muffeter Weg errichtet wurde. Wegen Bebauung durch die Technische Hochschule musste die Kapelle 1959 geschlossen werden. Herr Rektor Fischenich hatte die schwierige Aufgabe zu erfüllen, die neuen Teile seines Seelsorgebezirks mit der Hörn zu einer Gemeinde zusammenzufügen.

Im Juni 1957 bezieht Rektor Fischenich das neue Pfarrhaus an der Ahornstraße und es wir eine Kaplanei aufgebaut. Im Mai 1958 wird Rektor Fischenich zum Pfarrer in Gangelt ernannt und wird am 18. Mai 1958 dort eingeführt. Unter großer Teilnahme der Gemeinde St. Sebastian verabschiedete man sich von Rektor Fischenich, da man seine ruhige Freundlichkeit und seinen seelsorglichen Eifer dankbar an ihm geschätzt hatte.

Die weitere Entwicklung der Gemeinde St. Sebastian

Das Oratorium des heiligen Philipp Neri übernimmt die Seelsorge in St. Sebastian, dessen Rektor Pfarrer Dr. Paul Türks wird. Es beginnt eine neue Phase in der Entwicklung der Gemeinde. Auf Drängen des Bischöflichen Generalvikariats wird es notwendig, eine Umgestaltung des Altarraums vorzunehmen. Auch muss die Kirche bereits instandgesetzt werden, da das Mauerwerk der feuchten Witterung nicht standhält.

Bestand bis jetzt noch eine gewisse Abhängigkeit von der Mutterpfarre Heilig Kreuz, so wird die Rektoratsgemeinde St. Sebastian am 1. Mai 1960 durch Bischof Johannes Pohlschneider zur Pfarre erhoben. Nun besteht völlige Unabhängigkeit von der Mutterpfarre.

Ab dem Frühjahr 1960 beginnt man mit den notwendigen Umbauarbeiten, das heißt Umgestaltung der Altarinsel durch Aufstellen eines neuen Altars sowie eines Ambo. Auch soll das Fenster umgestaltet werden und eine neue Orgel angeschafft werden. Ebenso besteht der Wunsch nach einem neuen Kindergarten, der bis dahin im Saal unter der Kirche untergebracht ist.

Im Oktober 1961 wird das Jugendheim in der Ahornstraße errichtet, im Frühjahr 1962 folgt die Trockenlegung der Kirche. Während der Sanierungsarbeiten findet der Gottesdienst in der Pädagogischen Hochschule statt. Die Sanierungsarbeiten sind nach einigen Monaten abgeschlossen. Über dem Altar hängt nun ein neues Altarkreuz der Benediktinerin Lioba Munz. Außen war die schöne Klinkerfassade nun hinter Eternitplatten verschwunden, wodurch man sich einen Schutz vor Witterung erhoffte. Die Eternitplatten wurden bei späteren Sanierungsmaßnahmen an der Kirche (1994-1996) wieder entfernt, wodurch die Kirche heute wieder ihre schöne Klinkerfassade zeigt.

Im Frühjahr 1963 wird durch die Fa. Breil aus Dorsten die neue Orgel mit 30 Registern aufgestellt.

1965 beginnt man damit, den Kindergarten am Johannes-von-den-Driesch-Weg zu errichten, der zunächst aus 3 Gruppen, später dann aus vier Gruppen, besteht. In den siebziger Jahren wird der Kindergarten um einen Gymnastikraum, ein Personalzimmer und einen Ausweichraum erweitert. 1976 wird die Leiterin des Kindergartens, Frau Ilse Rosenthal, aus Altersgründen durch Frau Hedwig Hartmann abgelöst.

Nachdem für die Jüngsten am Johannes-von-den-Driesch-Weg gesorgt war, wird auf Initiative von Pfarrer Dr. Paul Türks 1966 mit dem Bau des Altenheims am Johannes-von-den Driesch-Weg begonnen. Die Pläne stammen von einer Maastrichter Architektengruppe und dem Aachener Architekten Günter Helg. Bereits 1968 ziehen die ersten Bewohner ein. Das Altenheim wurde jedoch erst am 25. Januar 1969 offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Zum 1.1.1970 übernimmt Pfarrer Dr. Paul Türks die Seelsorge im Haus Hörn -so die Bezeichnung des Altenheims- und wird Visitator aller Oratorianer, während Herbert Thoenes verantwortlicher Pfarrer für die Gemeinde wird. Im selben Jahr wird die Kirche durch einen Brandanschlag beschädigt, beschädigt wurden der Beichtstuhl und die Bänke, Wände und Decken wurden vom Ruß geschwärzt. Die Renovierung führte u. a. zu einer Umgestaltung der Seitenkapelle. Pfingsten 1970 wird das neugestaltete große Westfenster vorgestellt.

Ab September 1972 beginnt Cilly Rensonnet ihre Tätigkeit als Gemeindereferentin in der Gemeinde.

1973 wird das Haus Hörn mit einem Wohntrakt für 100 Senioren erweitert, 1975 wird das Haus Hörn nochmals um weitere 16 Pflegeräume erweitert.

Zu Pfingsten 1979 wird das durch den Kölner Glasmaler Herrmann Gottfried neu gestaltete große Westfenster vorgestellt. Das Fenster dient dem andachtsvollen Betrachter zum Meditieren über Schöpfung und Heilsgeschichte. Dazu sagt Pfarrer Herbert Thoenes:"Schöpfung, die sich aus den Quellen der Tiefen entwickelt, wird von der Gnade Gottes erfasst, die sie verwandelt und in ein neues höheres Dasein hineinnimmt." Die Bildelemente sind nur angedeutet, um es dem Besucher zu ermöglichen, auf seine Weise zu entdecken, zu ergänzen, zu ahnen.

1985 erwirbt die Gemeinde eine spätgotische Holzfigur aus Privatbesitz, die den Heiligen Sebastian darstellt. Zuvor war die Statue eine Leihgabe.

Orientiert an den Hospizen in England, die unheilbar Kranken ein würdevolles Sterben ermöglichen sollen, wird im Oktober 1986 die Pflegeeinrichtung für "Austherapierte" in Betrieb genommen, die an das Altenheim angegliedert wird. Der Bau des Langzeitpflegeheims geht auf die Initiative von Dr. Paul Türks zurück. In 53 Ein- und Zweibettzimmern werden die Kranken durch besondere Fachkräfte versorgt. Zum damaligen Zeitpunkt ist die Einrichtung die erste ihrer Art in der Bundesrepublik Deutschland.1986 übernimmt das Oratorium des Heiligen Philipp Neri die Trägerschaft des Hospizes von der Pfarre.

Herbert Thoenes erhält im November 1988 die Kopie einer KNA-Meldung, die die Kirche St. Sebastian betrifft:

"Eine der bedeutendsten Nachkriegskirchen des Rheinlandes nennt Dr. Lutz-Henning Meyer in der neuesten Ausgabe der "Denkmalpflege im Rheinland", die vom Architekten Alfons Leitl, Rheydt, errichtete Kirche St. Sebastian in Aachen. Die wegen ihrer Wellenlinien auch scherzhaft als "St. Ondulata" bezeichnete Kirche soll in die Denkmalliste eingetragen werden." Am 28.08.1990 wird die Kirche als Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (DSchG NW) eingetragen.

Bereits 1984 stellten der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand einen Bauantrag für ein Pfarrheim beim Bistum. Nach Aufstellung des Finanzierungsplans im Jahre 1989, beginnt man im Winter 1991/1992 mit den Bauarbeiten. Im Januar 1992 erfolgt die Grundsteinlegung, am 6. Dezember 1992 wird das Pfarrheim eingeweiht.

Am 25. Oktober 1998 übernimmt Pfarrer Bernd Föhr die Leitung der Pfarre von Pfarrer Herbert Thoenes, der in den Ruhestand geht.

Am 24. November 1996 erhält der Kirchturm eine zweite Glocke, 2004 folgt eine Dritte anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Pfarre.

Das Jahr 2004 bringt weitere Veränderungen mit sich. Die Pfarre St. Konrad/Vaalserquartier mit St. Philipp-Neri, St. Peter/ Orsbach und St. Sebastian bilden nach entsprechendem Beschluss nunmehr die Gemeinschaft der Gemeinden Aachen-Nordwest. Bernd Föhr bleibt bis 15. Juli 2016 Pfarrer in St. Sebastian, Bernd Schmitz leitet von 2004 bis 15. Juli 2016 als Pfarrer die Gemeinde von St. Peter/Orsbach.

Seit dem 1. Januar 2010 setzt sich die Gemeinschaft der Gemeinden Aachen-Nordwest aus folgenden selbstständig bleibenden Pfarren zusammen:

  • St. Sebastian (Hörn): 3392 Pfarrangehörige
  • St. Konrad (Vaalserquartier): 3674 Pfarrangehörige
  • St. Peter (Orsbach): 352 Pfarrangehörige
  • St. Heinrich (Horbach): 1144 Pfarrangehörige
  • St. Martinus (Richterich): 3988 Pfarrangehörige
  • St. Laurentius (Laurensberg): 4380 Pfarrangehörige

Gesamt: 16930 GdG-Angehörige

Quellen:

  • "50 Jahre Stadtteil Hörn-Königshügel-Muffet" herausgegeben aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der IG Hörn-Königshügel-Muffet im Rahmen einer Ausstellung in der Stadtsparkasse Aachen, Geschäftsstelle Ahornstraße, vom 30.8. - 20.9.1985
  • "50 Jahre Sankt Sebastian Aachen, 1954 - 2004", herausgegeben anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kirche St. Sebastian