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Brief der Gemeindeleitung wegen Instruktion aus Rom

Briefpapier und Füllfederhalter

Im Juli veröffentlichte die Kleruskongregation in Rom eine Instruktion, die hohe Wellen schlägt.
Die Gemeindeleitung St. Heinrich, St. Laurentius und St. Martinus und der Koordinierungskreis St. Konrad, St. Peter und St. Sebastian beziehen dazu vor ihren Gemeinden Stellung:

In der Instruktion wird vom Geist des letzten Konzils gesprochen, durch das eine Öffnung der Kirche in die Gegenwart hinein angestrebt wurde. Wir begrüßen die Anerkennung der Würde, die allen Getauften durch das Konzil zuerkannt wird, sehr.
Um so schwerer können wir verstehen, dass im folgenden Text die Stellung des Priesters bzw. Pfarrers einer Pfarrei überaus einseitig betont wird. Dadurch wird die Stellung der Laien in ungebührlicher Weise herabgesetzt.
Die Instruktion hält fest: Die Leitung einer Pfarrei bleibt ausschließlich dem Pfarrer übertragen. Andere Personen werden nie Teil haben können an der Leitungsgewalt des Pfarrers.

Diese Aussagen treffen unsere Arbeit als vom Bischof bestellte Gemeindeleitung bzw. Koordinierungskreis ins Mark. Wir fühlen uns mit Füßen getreten und unsere Arbeit missachtet. Wir setzen unsere ganze Kraft und Glaubensüberzeugung dafür ein, am Ort eine lebendige Kirche Jesu Christi zu gestalten und zu verantworten. Dabei wissen wir uns im Teilen der Leitungskompetenz mit dem Pfarrer und Pfarradministrator in derselben Verpflichtung und Verantwortung.
Nach dem Text der Instruktion dürfte es uns nicht geben: nicht diese Möglichkeit, letzte Verantwortung zu tragen, die wir mit Engagement und Leidenschaft einbringen. Deshalb verletzt und empört uns die römische Instruktion sehr!

Wir fragen uns aber auch: Wenn die Ausrichtung der Leitung allein auf den geweihten Priester zielt – wie soll dies dann funktionieren in dieser Zeit, in der es bei weitem nicht genug Priester gibt? Wie soll das Gemeindeleben letztverantwortlich geregelt werden, wenn darüber nur der Priester entscheiden darf, der aber nicht existiert? Was wird aus der Lebendigkeit der Gemeinden vor Ort, wenn Menschen sich letztverantwortlich einbringen wollen, aber nicht wissen, ob sie es dürfen?

Wir erkennen in der Instruktion eine traditionelle, zwar kirchenrechtlich saubere Definition der „Leitungsgewalt” des Priesters, die aber in keiner Weise mit der Wirklichkeit vereinbar ist. Die Instruktion überhöht die Macht der einen (Priester, die zunehmend fehlen oder nicht mehr können), sie diskriminiert die anderen (Laien, die noch da sind und sich einsetzen), und stellt Prinzipien auf, die die ohnehin dramatische kirchliche Situation in eine Sackgasse führen.
Wir fragen uns entsetzt: Was soll das? Wohin führt das?
So hat Kirche keine Chance und keine Zukunft.
Solange wir dürfen, werden wir uns mit ganzem Einsatz für die uns anvertrauten Gemeinden bereithalten und gemeinsam mit dem Pfarrer und Pfarradministrator Leitung und Verantwortung wahrnehmen. Dazu jedoch brauchen wir noch viel mehr als früher die Unterstützung unserer Gemeinden.

Die Gemeindeleitung in St. Heinrich, St. Laurentius und St. Martinus
Der Koordinierungskreis St. Konrad, St. Peter und St. Sebastian

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